Um 4.06 Uhr Alarmierung zum Brand eines landwirtschaftlichen Gebäudes mit der Zusatzinformation „Personen im Gebäude“
In rascher Folge rückten HLF3, KDOF, HLF2 und HLF1 zu dem 5,5 Kilometer entfernten Einsatzort in Hochstraß, Katastralgemeinde Göblasbruck, aus.
Aufgrund der gemeldeten Situation wurde durch den Disponenten in der BAZ St. Pölten die Alarmstufe B3 ausgelöst, und somit zusätzlich die Feuerwehren Rotheau, Eschenau, Ober-Grafendorf, Weinburg, Traisen-Markt, St.Pölten-St. Georgen und St.Pölten-Ochsenburg alarmiert.
Bereits auf der Anfahrt zu dem auf einer Anhöhe gelegenen Objekt war deutlicher Feuerschein zu sehen, woraufhin Einsatzleiter HBI Martin Praxl die Erhöhung auf Alarmstufe B4 anordnete. Dadurch wurden auch die Feuerwehren St.Pölten-Spratzern, St.Pölten-Stadt, Wiesenfeld und BTF VOEST Traisen zum Brandplatz beordert. Aufgrund der in diesem Gebiet bekannt schwierigen Wasserversorgung war der Bedarf an einer großen Zahl wasserführender Fahrzeuge absehbar.
Die Erkundung ergab einen Vollbrand der Maschinenhalle und angrenzender Trakte. Rasch konnte festgestellt werden, dass sich keine Personen mehr in Gefahr befanden. Der vorherrschende Wind hatte glücklicherweise ein Übergreifen des Brandes auf das Wohngebäude und den Stall vorerst verhindert.
Das TLFA 4000 der Feuerwehr Eschenau nahm südlich des Wohngebäudes Aufstellung, und begann unter schwerem Atemschutz einen Löschangriff im Innenhof des Anwesens um die noch nicht betroffenen Gebäude zu schützen. HLF3 und HLF2 Wilhelmsburg nahmen nördlich der Maschinenhalle Aufstellung und begannen von dort, ebenfalls unter schwerem Atemschutz, mit dem Löschangriff.
Die Mannschaft des HLF1 Wilhelmsburg unterstützte die Koordination der nun in rascher Folge eintreffenden weiteren Fahrzeuge und errichtete im KDOF die Einsatzleitung, während die Feuerwehr St.Pölten-Ochsenburg den Atemschutzsammelplatz errichtete,
Die Mannschaften der eintreffenden Pumpenfahrzeuge errichteten unter großer körperlicher Anstrengung in kürzester Zeit Zubringleitungen von einem Brunnen und einer Zisterne bei einem weiter talwärts gelegenen Hof.
Die eintreffenden Tanklöschfahrzeuge und Hilfeleistungsfahrzeuge setzten ihre Atemschutztrupps beim Atemschutzsammelplatz ab, um den Löschangriff zu unterstützen und gaben das mitgeführte Wasser an die bereits eingesetzten Fahrzeuge ab. Aufgrund der mangelnden Ausweichmöglichkeiten auf der Zufahrtsstraße wäre ein Pendelverkehr zur Wasserzubringung langwierig und wenig effizient gewesen, jedoch erkannte ein ortskundiges Feuerwehrmitglied die Möglichkeit, über einen Wirtschaftsweg die Grubtalstraße zu erreichen und somit einen Ringverkehr im Einbahnsystem einzurichten. Das Großtanklöschfahrzeug der FF St.Pölten-Stadt fuhr ebenfalls zum Brandobjekt auf, um einen Puffer für das zugeführte Löschwasser zu bilden. Die gesetzten Maßnahmen erwiesen sich als zielführend, und eine Wasserknappheit konnte über die gesamte Einsatzdauer vermieden werden.
Die ebenfalls angerückte Drehleiter Ober-Grafendorf sowie der Atemluftcontainer der FF St.Pölten-Stadt konnten aufgrund der beengten Platzverhältnisse nicht zum Einsatz kommen.
Der ASBÖ stand mit zwei Fahrzeugen an der Einsatzstelle bereit, weiters waren der Bezirkseinsatzleiter Rettungsdienst sowie eine Acute Community Nurse anwesend um die sanitätsdienstliche Betreuung der betroffenen Familie sowie der Einsatzkräfte sicherzustellen.
Die Rinder wurden aus dem Stall gebracht und von benachbarten Landwirten in Sicherheit gebracht. Dabei verirrte sich eine Kuh in den Misthaufen und musste in Zusammenarbeit von Landwirten und Feuerwehr ausgegraben werden bevor auch sie in Sicherheit gebracht wurde.
Der intensive Löschangriff zeigte schon bald Erfolg und die Intensität des Brandes konnte rasch gebrochen werden.
Um für die Nachlöscharbeiten Zugang zu erhalten und die einsturzgefährdete Giebelmauer sicher abzutragen wurden die Firma Krantransporte Steigberger mit einem Ladekran und Greifer sowie die Firma Erdbewegung Prohaska mit einem Kettenbagger zur Einsatzstelle beordert. Nach Zustimmung des Brandermittlers der Polizei begannen die maschinellen Abtragungsarbeiten, das freigelegte Brandgut wurde durch die Feuerwehren abgelöscht.
Gegen 11 Uhr konnten die letzten Feuerwehren mit Ausnahme der Brandwache den Einsatzort verlassen und die aufwändige Reinigung der eingesetzten Geräte begann. Durch gute Zusammenarbeit der Feuerwehrmitglieder war die Versorgung der Geräte gegen 13 Uhr abgeschlossen.
Bei diesem Einsatz hat sich einmal mehr gezeigt, wir wichtig auch jene Feuerwehrmitglieder sind, welche nicht unmittelbar an den Löscharbeiten teilnehmen, sondern durch Bereitstellung der Versorgung, Bereitstellung von Reservematerial im Feuerwehrhaus, Unterstützung der Reinigungsarbeiten nach dem Einsatz etc. zum Einsatzerfolg beitragen.
Wir bedanken uns bei den eingesetzten Feuerwehren, dem Rettungsdienst, der Polizei, den Vertretern der Medien und den beteiligten zivilen Firmen für die professionelle und reibungslose Zusammenarbeit!